Handwerk der Region im Dialog mit der Politik

Veröffentlicht am 06.02.2020 16:43 von Redaktion

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06.02.2020

 

Pressemitteilung

  

Traditioneller Dämmerschoppen mit zahlreichen Gästen im Lüner Autohaus Trompeter / Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen zieht Bilanz für 2019 und zeigt Herausforderungen für 2020

 

Traditioneller Dämmerschoppen des Handwerks im Lüner Autohaus Trompeter: (v.l.) Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen Ass. Joachim Susewind; Rainer Schmeltzer MdL(SPD); Ehrenkreishandwerksmeister Peter Burmann, Stadthandwerksmeister und Gastgeber Christoph Haumann, Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger, Erster stellvertretender Bürgermeister Siegfried Störmer, Michael Thews, MdB (SPD).
 
Foto: Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen

Bei ihrem traditionellen Dämmerschoppen hat die Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen eine positive Bilanz des Jahres 2019 für die Region gezogen. Im Brambauer Autohaus Trompeter konnte der neue Stadthandwerksmeister Christoph Haumann rund 70 geladene Gäste aus Handwerk, Politik und Gesellschaft begrüßen. „Wir haben mit 578 Betrieben, rund 4.000 Beschäftigten und 400 Auszubildenden ein starkes Handwerk in Lünen“, so der Stadthandwerksmeister. „Das soll so bleiben. Darum brauchen wir weiter den intensiven Dialog mit der Politik, eine starke Vernetzung und eine zentrale Initiative, um junge Menschen bei der Berufswahl zu unterstützen und für das Handwerk zu begeistern.“ Gleichzeitig wies der Stadthandwerksmeister auf die größten Wünsche des Handwerks für Lünen hin: neue Mobilitätslösungen gegen die Staus und intelligente Lösungen für genügend Gewerbeflächen unter Vermeidung von Flächenfraß. Haumann bedankte sich im gleichen Atemzug auch für die sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt.  Dies konnte auch Lünens stellvertretender Bürgermeister Siegfried Störmer bestätigen. „Wir fangen nicht bei Null an. An zentralen Punkten arbeiten Stadt und Handwerk seit Jahren vertrauensvoll zusammen – insbesondere was den beruflichen Nachwuchs angeht, zum Beispiel im Rahmen der Wissenswerkstatt, die wir 2021 starten wollen.“ Auch darüber hinaus stellte sich Störmer an die Seite des Handwerks und griff Themen wie die Digitalisierung auf, die eine gemeinsame Aufgabe sei.

 

Gute Konjunktur mit kleinem Dämpfer

Als dritter Redner des Abends zog Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger eine Bilanz des Handwerks für 2019 und wagte einen Ausblick auf das neue Jahr 2020. „2019 war für das Handwerk der Region nicht nur wirtschaftlich erfolgreich, wir haben auch mit der Wiedereinführung der Meisterpflicht eine politische Stärkung erfahren“, so Christian Sprenger. „Zahlreiche gut besuchte Veranstaltungen und neue Initiativen in Dortmund und Lünen – von Freisprechungsfeiern über das Unternehmerfrühstück bis zum Kindermalwettbewerb – haben uns gezeigt, dass das Handwerk einen hohen Stellenwert hat. Auch wirtschaftlich geht es den Betrieben gut. Wir erwarten allerdings vor dem Hintergrund internationaler Handelskonflikte und dem Brexit, dass sich die Absatzkrisen der Industrie auch auf die Zulieferbetriebe des Handwerks auswirken. Darum sehen wir 2020 nur mit einem etwas verhaltenen Optimismus entgegen“. In seiner Rede ging Sprenger auch auf die aktuellen Herausforderungen des Handwerks beim Fachkräfte- und Nachwuchsbedarf ein, die beide, so der Kreishandwerksmeister, ebenfalls relevant für das Wachstum seien. Das Handwerk sei heute weniger als früher im Alltag sichtbar. Darum sei es eine große gemeinsame Aufgabe, es wieder ins Bewusstsein zu rücken und für seine Zukunftsfähigkeit und berufliche Sicherheit bei jungen Menschen zu werben. Man müsse darüber hinaus seitens der Politik die Attraktivität der Ausbildung unterstützen, zum Beispiel durch die Gleichstellung von Azubis und Schülern bei der Familienmitversicherung und den Kosten für das Schüler- bzw. Azubi-Ticket. Mit Blick auf die Betriebe kritisierte der Kreishandwerksmeister abschließend die überbordende Bürokratie mit zahlreichen Vorschriften und Dokumentationspflichten, die in der Praxis die Unternehmen stark belaste. „Es ist höchste Zeit, hier Vereinfachungen zu schaffen“, so Christian Sprenger. „Denn die Übernahme eines Handwerksbetriebes – und damit dessen Erhalt – ist durch die unangemessene Flut an bürokratischen Aufgaben für junge Meister unattraktiv. Hier muss dringend gehandelt werden.“ Eine Forderung, die auch Thema der anschließenden persönlichen Gesprächsrunden bei einem Imbiss im Autohaus Trompeter waren.

 

Kontakt und Nachfragen:
Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Hauptgeschäftsführer Ass. Joachim Susewind
Lange Reihe 62 | 44143 Dortmund
Tel: 0231 5177-112 | Fax: 0231 5177-196
www.handwerk-dortmund.de

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