Höherer Benzinpreis wird zum Konjunktur-Bumerang

Veröffentlicht am 16.06.2021 11:18 von Redaktion

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Pressemitteilung 16.06.2021

 

Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger: Steigende Energiekosten sind Gift für die Betriebe und die Handwerkskonjunktur / Die Zeche zahlt am Ende der Verbraucher

 

Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger

Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger

Die politische Diskussion um das Klimaschutzgesetz, die Nachhaltigkeitsstrategie und die damit verbundene Benzinpreis-Erhöhung stößt im Dortmunder und Lüner Handwerk auf Kopfschütteln. „Bei allem Einsatz für die Umwelt und das Klima, den wir aktiv unterstützen und umsetzen, ist der Zeitpunkt absolut unglücklich gewählt”, erklärt Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger. „Unsere Unternehmen haben durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die aktuelle Materialkrise alle Hände voll zu tun, um Verluste auszugleichen, Aufträge zu halten und die Betriebe zu sichern. An vielen Stellen klemmt es und der dringend benötigte konjunkturelle Aufschwung lässt auf sich warten. Zu diesem Zeitpunkt zu erklären, auch noch die Energiepreise erhöhen zu wollen, ist kontraproduktiv, Gift für die Betriebe und senkt die Hoffnung auf eine baldige Erholung der Konjunktur.” Im 1. Quartal 2021 sind nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk in Deutschland gegenüber dem 1. Quartal 2020 um 7,5 Prozent gesunken. Dies ist seit 2013 der erste Umsatzrückgang des zulassungspflichtigen Handwerks im 1. Quartal eines Jahres. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren Ende März 2021 im zulassungspflichtigen Handwerk 1,7 Prozent weniger Personen beschäftigt als Ende März 2020. Schon im Januar hatte sich Benzin in Deutschland gegenüber dem Dezember vor dem Hintergrund der Aufhebung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes um 11 Prozent verteuert – der höchste Preisanstieg seit 27 Jahren. Im Februar legten die Kraftstoffpreise dann noch einmal um 3 Prozent zu. Heizöl verteuerte sich im Januar gegenüber dem Vormonat um 14 Prozent, im Februar um 6,5 Prozent.

Höhere Kosten landen beim Verbraucher

„In konjunkturell gesunden Zeiten haben wir sicher weniger Probleme damit, höhere Benzin- und Dieselpreise wegzustecken”, so Christian Sprenger. „Im Moment aber müssen wir die Kosten für Anfahrten und Lieferungen genauso scharf kalkulieren, wie unsere Zulieferer.” Konkret heißt das, dass die zusätzlichen Kosten an der Zapfsäule sich über die Lieferkette aufsummieren und sich später auf der Rechnung der Verbraucher wiederfinden. „Der Verbraucher ist letztendlich der Leidtragende, weil er nicht nur für seinen eigenen Pkw erhöhte Spritkosten tragen muss, sondern auch erhöhte Preise für Handwerksleistungen auf der Rechnung hat”, erklärt der Kreishandwerksmeister. „Die sicher gut gemeinte Initiative für den Klimaschutz wird somit zum konjunkturellen Bumerang. Wir sind mit unseren Betrieben bemüht, die Kosten unserer Kunden so fair und günstig wie möglich zu gestalten. Und wir sind für Klima- und Umweltschutz. Unsere Betriebe sind aber unter diesen Rahmenbedingungen gezwungen, Preiserhöhungen an die Verbraucher weiterzugeben. Wir haben in der jetzigen Situation keine Möglichkeit, die Kosten aufzufangen.” Die Parteien, so der Vertreter des Dortmunder und Lüner Handwerks, spielten im Vorwahlkampf mit dem Feuer, denn durch die Preiserhöhungen drohten im Handwerk letztendlich Auftragseinbußen und durch die Inflation Lohnsteigerungen für die Beschäftigten. So würde eine Preisspirale angestoßen, die niemand gebrauchen könne, wenn es um die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der seit über einem Jahr laufenden Pandemie gehe. Schon die Diskussion darüber schade.  Was jetzt gebraucht werde, sei eine solide Mittelstandspolitik, die die Familienbetriebe des Handwerks als tragende Säule der Wirtschaft unterstütze und im Sinne der Klimapolitik Anreize schaffe, statt Verbote anzudenken und an der Kostenschraube zu drehen, so der Kreishandwerksmeister.

 

Kontakt und Nachfragen

Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen
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Lange Reihe 62 | 44143 Dortmund
Tel: 0231 5177-121 | Fax: 0231 5177-197
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E-Mail: niemeier@handwerk-dortmund.de

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