Ein Jahrhundert im Dienst der Sauberkeit

Veröffentlicht am 21.06.2021 14:16 von Redaktion

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Gebäudereiniger-Innung Dortmund feiert beeindruckendes Jubiläum pandemiebedingt mit einem kleinen Festakt in der Schulungsstätte/ Erinnerungen an die Geschichte werden in Festreden lebendig / Großes Fest mit vielen Gästen soll 2022 folgen

Rund 25 geladene Gäste aus Handwerk, Politik und Gesellschaft konnte Obermeister Kai-Gerhard Kullik am heutigen Montag bei einer Feierstunde anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Gebäudereiniger-Innung Dortmund begrüßen. Der kleine Festakt, der pandemiebedingt mit nur wenigen ausgewählten Gästen in der Schulungsstätte der Innung stattfinden konnte, war genau auf den Gründungstag der Standesvertretung des Gebäudereinigerhandwerks gelegt worden. Am 21. Juni 1921 hatten sich zwölf Firmen aus Dortmund und Umgebung zur „Freien Innung für das Glas- und Gebäudereinigungsgewerbe“ zusammengeschlossen und damit den Grundstein für die erste berufsständische Organisation des damals jungen Handwerks in der Region gelegt.

Der Jubiläumsvorstand 2021 mit (v. l.) Obermeister Kai-Gerhard Kullik, Geschäftsführer Volker Walters, Beisitzer Ramon Knauf (obere Reihe), Ehrenobermeister Gerhard Kullik, Beisitzerin Jutta Müller, Lehrlingswartin Elke Keufen und der stv. Obermeisterin Stephanie Just. Foto: Gebäudereiniger-Innung Dortmund

1921 Zeichen der Zeit erkannt
In seiner Festansprache würdigte Obermeister Kai-Gerhard Kullik die Verdienste der damaligen Gründungsväter, allen voran August Berg und Paul Spodeck, deren Hauptziel es war, die Anerkennung der jungen Gebäudereinigung als Vollhandwerk und damit als Lehrberuf voranzutreiben. „Die Gründer unserer Innung erkannten damals die Zeichen der Zeit und legten den Grundstock für den Erfolg unseres Handwerks“, so Obermeister Kullik. Der technische Fortschritt vor allem in der Architektur hatte damals eine Professionalisierung und Spezialisierung des Handwerks notwendig gemacht, insbesondere beim Reinigen von Glasflächen. „Wie gut diese Idee war, beweisen die rasanten Wachstumszahlen unserer Branche“, so Kai-Gerhard Kullik. „Mit 42 Betrieben und 5.000 Beschäftigten in einer Region, die von Dortmund über Hamm bis nach Lippstadt und nach Südwestfalen reicht, gehört das Gebäudereinigerhandwerk heute zu den beschäftigungsintensivsten Handwerken überhaupt.“ In Deutschland zählt das Gebäudereinigerhandwerk insgesamt 26.000 Betriebe mit 700.000 Beschäftigten, so viel wie kein anderes Handwerk. „Der Erfolg unseres Handwerks ist seiner einzigartigen Kompetenz und Flexibilität zu verdanken“, so der Obermeister. „Seit 100 Jahren passen wir uns den wachsenden Herausforderungen und den technischen Entwicklungen immer wieder an, erschließen uns neue Arbeits- und Aufgabenbereiche bis hin zur heutigen zunehmenden Automatisierung und Spezialisierung im Handwerk 4.0. Nie zuvor waren die Chancen so groß und nie zuvor waren unsere Betriebe so gefragt wie in dieser Zeit. Und wir werden alle Herausforderungen mit der uns eigenen Kreativität und Entschlossenheit meistern.“

Beeindruckender Blick in die Geschichte
Ehrenobermeister Gerhard Kullik, Vater des amtierenden Obermeisters und mit 84 Jahren einer der dienstältesten anwesenden Gebäudereinigermeister, warf in seiner Rede einen Blick zurück in die Geschichte und berichtete eindrucksvoll von den persönlichen Betriebsstrukturen. „Wir waren kein Betrieb, wir waren eine Familie“, schilderte Gerhard Kullik, der auf insgesamt 18 Dienstjahre als Obermeister und sieben als stellvertretender Obermeister zurückblicken kann. „Wir hatten einen Kegelclub aus Mitarbeitern, einen Sparclub und sogar eine eigene Fußballmannschaft, mit der wir in Hörde im Goystadion auch gegen andere Gebäudereiniger-Betriebe gespielt haben.“ Und auch in der Innung habe man vieles gemeinsam erreicht, berichtete Ehrenobermeister Kullik den interessierten Zuhörern. „Wir haben 1977 in Brackel unsere Schulungsstätte aufgebaut – die erste in ganz Deutschland. Alle haben mitgeholfen und renoviert. Wir hatten hohe Ansprüche, waren Pioniere, haben unser Handwerk auf Landes- und Bundesebene vorangebracht. Unsere Kollegen waren Freunde und wir waren ein Team, das sich für unseren Beruf und den beruflichen Nachwuchs eingesetzt hat.“ Auch heute noch, so appellierte der Ehrenobermeister in seiner Rede, könne ohne diesen Zusammenhalt kein Betrieb und keine Innung funktionieren. „Ich bin gefragt worden, was ich einem Auszubildenden heute mit auf den Weg geben würde. Meine Botschaft ist: Lieben sie den Beruf des Gebäudereinigers. Er ist es wert“, schloss Gerhard Kullik.

Die Werte weitergeben
Geschäftsführer Volker Walters erinnerte mit Blick auf den Veranstaltungsort in seiner Rede an die gemeinsamen Werte der Innung, die die Standesorganisation seit mittlerweile 100 Jahren in der Ausbildung vermittelt. „Wir geben jungen Menschen nicht nur das handwerkliche Rüstzeug mit auf dem Weg“, so Volker Walters, „sondern auch menschliche Werte wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Fleiß und Freundlichkeit im Umgang mit den Kunden. Werte, die Grundlage sind für unser Verständnis von Innung und von handwerklicher Arbeit.“ Diese Werte seien Verantwortung und Verpflichtung zugleich, so der Geschäftsführer. Denn das Gebäudereiniger-Handwerk habe jeden Tag den Auftrag, für Sauberkeit und damit für Sicherheit der Menschen zu sorgen. Es übernehme damit auch täglich erfolgreich Verantwortung für die Gesundheit und gute Lebensqualität. „Der Erfolg einer Innung ist aber nicht nur ihren Mitgliedsbetrieben zu verdanken, sondern vor allem den Menschen, die sich in den Ehrenämtern engagieren und denen, die sie dabei unterstützen“, so der Geschäftsführer und sprach damit allen Innungsmitgliedern seinen Dank aus, die sich mit großem Engagement für die Zukunft der Gebäudereinigerhandwerks einsetzen.

Für 2022 großes Fest geplant
Zur Erinnerung an die Entwicklung der Branche hat die Gebäudereiniger-Innung eine Festschrift mit wichtigen Eckdaten ihrer Geschichte herausgebracht. Das Heft im Umfang von 16 Seiten kann bei der Geschäftsstelle angefordert und auch im Internet unter https://gebaeudereiniger.handwerk-dortmund.de/ heruntergeladen werden. Da die Gebäudereiniger-Innung in diesem Jahr die ursprünglich vorgesehenen großen Feierlichkeiten anlässlich ihres Jubiläums nicht durchführen konnte, sollen die Feierlichkeiten in einem Jahr, beim 101-jährigen Jubiläum der Innung, nachgeholt werden. Obermeister Kai-Gerhard Kullik bat zum Abschluss der Veranstaltung schon einmal alle geladenen Gäste, sich dazu den Termin 17. und 18. Juni 2022 vorzumerken.

Gebäudereiniger-Innung ist starker Verbund
Die Gebäudereiniger-Innung Dortmund ist ein starker Verbund der Handwerksunternehmen der Region. Sie vertritt die Gebäudereiniger-Betriebe in wichtigen regionalen und überregionalen Gremien und verleiht ihrer Stimme gesellschaftlich, wirtschaftlich und auch politisch Gewicht. Den Mitgliedsbetrieben bietet die Innung als Dienstleister einen wertvollen Erfahrungsaustausch. Sie kümmert sich um Aus- und Weiterbildung, aber auch um juristische Unterstützung, günstige Versicherungsleistungen und aktuelle Informationen zur Betriebsführung.

Bildzeile Gruppenbild:
Der Jubiläumsvorstand 2021 mit (v. l.) Obermeister Kai-Gerhard Kullik, Geschäftsführer Volker Walters, Beisitzer Ramon Knauf (obere Reihe), Ehrenobermeister Gerhard Kullik, Beisitzerin Jutta Müller, Lehrlingswartin Elke Keufen und der stv. Obermeisterin Stephanie Just.
Foto: Gebäudereiniger-Innung Dortmund

Kontakt:
Gebäudereiniger-Innung Dortmund
Geschäftsführer Volker Walters
Lange Reihe 62
44143 Dortmund
Tel. (0231) 51 77 -142
Fax. (0231) 51 77 -197
birkholz@handwerk-dortmund.de

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