Handwerk will Beitrag zu mehr bezahlbarem Wohnungsbau leisten

Veröffentlicht am 12.10.2022 15:50 von NH-Nachrichten

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Zu den am 12. Oktober im Bundeskanzleramt vorgestellten Ergebnissen des Bündnisses Bezahlbarer Wohnraum erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):

Holger Schwannecke;
Foto: ZDH/Boris Trenkel

„Es ist ein klares und äußerst positives Signal, dass im gemeinsamen Bündnispapier die unverzichtbare Rolle des Handwerks für alle künftigen Wohnungsbauvorhaben wertgeschätzt wird, und das Papier ein klares Bekenntnis zur dualen Ausbildung enthält. Damit wird die Bedeutung der Berufe und Gewerke, die für den Bau von bezahlbarem Wohnraum tätig sind, ausdrücklich anerkannt. Für das Handwerk ist es eine Herzensangelegenheit, die Wohnungsbauzahlen zu steigern und so seinen Beitrag für die Bereitstellung von bezahlbaren Wohnungen zu leisten. Das Handwerk ist zum einen ein zentraler Akteur beim Bau, Ausbau und der Sanierung von Wohnungen, zum anderen benötigen seine Betriebsinhaber, Beschäftigten und Auszubildenden aus allen Gewerken zugleich selbst bezahlbaren Wohnraum. Die nun erzielten Ergebnisse des Bündnisses bezahlbarer Wohnraum sind hierzu ein guter und wichtiger Beitrag.

 

Es gibt nicht die eine Stellschraube, um den Wohnungsbau anzukurbeln. In vielen Bereichen müssen gemeinsam schnell bessere Rahmenbedingungen geschaffen, Prozesse beschleunigt und Bauland bereitgestellt werden, damit durch Wohnungsbaugesellschaften, private Investoren, Planer, Handwerk und Baugewerbe noch mehr Wohnungen entstehen. Der konstruktive Dialog zwischen den unterschiedlichen Akteuren des Bündnisses war ein ermutigendes Zeichen. Aus Sicht des Handwerks ist für die Zukunft vor allem Planungssicherheit hinsichtlich der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen wichtig, um den notwendigen Kapazitätsaufbau in den Betrieben trotz des derzeitigen schwierigen Umfeldes leisten zu können. Die beschlossenen Maßnahmen können allerdings nur dann eine positive Wirkung entfalten, wenn es gelingt, unsere Gesamtwirtschaft und insbesondere die gute Grundstruktur des mittelständischen Handwerks durch die aktuelle Krise zu bringen. Die Betriebe kämpfen gerade mit massiv gestiegenen Energie-, Mobilitäts-, Material- und Personalkosten. Stützungsmaßnahmen müssen daher handwerksgerecht ausgestaltet und jede Art von zusätzlichen Belastungen in den nächsten Monaten und Jahren vermieden werden.

 

Um die Wohnungsbauzahlen erfolgreich zu steigern und die gleichzeitig notwendige klimagerechte Sanierung des Bestandes zu beschleunigen, braucht es die handwerklichen Experten vor Ort. Dem ZDH war es deshalb besonders wichtig, auch Maßnahmen im Bündnispapier zu verankern, mit denen die Fachkräftesicherung unterstützt, die Fachkräftezuwanderung verbessert und die Ausbildung in den Baugewerken in den Fokus gerückt werden.

 

Der im Papier thematisierte Übergang zum nachhaltigen und ressourcenschonenden Bauen ist gerade für uns im Handwerk wichtig. Die Weiterentwicklung des Bestandes und die Wiederverwendung von Materialien sind ein großes Zukunftsfeld. Dabei müssen wir aber auf schlanke Nachweisverfahren achten und jede Überbürokratisierung vermeiden. Das Handwerk wird den weiteren Prozess der Umsetzung der Maßnahmen unterstützen.“

 

Zur Information:

Der ZDH hat seit Beginn des Bündnisses im April 2022 intensiv in den Arbeitsgruppen mitgearbeitet und das abschließende Bündnispapier unterzeichnet.

 

Quelle:

Zentralverband des Deutschen Handwerks

Mohrenstraße 20/21
10117 Berlin

+49 30 20619-370
presse@zdh.de
www.zdh.de

 

 

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