Deutsches Baugewerbe: „Neue Eigenheimförderung muss ambitionierter werden“

Veröffentlicht am 31.05.2023 16:38 von NH-Nachrichten

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Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Am 1. Juni startet die neue Eigenheimförderung für Familien. Ziel des KfW-Programms ist es, Familien mit Kindern mit geringem oder mittlerem Einkommen beim Bau oder Erwerb von klimafreundlichen Wohneigentum zu unterstützten. Um aber die Wohnbauziele zu erreichen, ist ein ganzes Maßnahmenbündel nötig, so Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe.

„Wir begrüßen die neue Förderung sehr. Seit Monaten brechen die Baugenehmigungen und die Auftragseingänge im Wohnungsbaubereich immer weiter ein. Es ist gut, dass jetzt eine Nachfolge des Baukindergeldes kommt, will doch eine Mehrheit der Mieterinnen und Mieter Wohneigentum erwerben. Aber es ist zu befürchten, dass die scharfen Förderbedingungen, wie der Effizienzhausstandard 40 oder die Nachhaltigkeits-Zertifizierung, nicht die erhoffte Wende bringen werden.

Die Bemessungsgrenze von 60.000 Euro Haushaltseinkommen ist angesichts deutlich gestiegener Bau- und Immobilienpreise zu niedrig. Beim Baukindergeld lag die Grenze noch bei 90.000 Euro Jahreseinkommen. Pro weiterem Kind wurde damals um 15.000 Euro aufgestockt – nicht wie jetzt um 10.000 Euro. Mit der aktuellen Einkommensgrenze ist es in vielen Städten schlicht nicht mehr möglich, eine Immobilie zu erwerben, die gefördert wird. Die Kaufpreise sind für viele potentielle Bauwillige einfach zu hoch.

Und da der Förderansatz nur auf Familien liegt, kommen beispielsweise Rentner nicht in den Genuss des Programms. Gerade aber bei der Nachfrage nach seniorengerechten Wohnungen wurden zuletzt Projekte storniert.

Aus unserer Sicht ist aber nicht nur eine höhere Einkommensgrenze und eine ausreichende Zinsstützung mit dauerhafter Perspektive nötig. Ein weiterer Hebel, um Investitionen zu fördern und die Misere am Wohnungsmarkt abzumildern, liegt bei der Grunderwerbssteuer. Auf die Grunderwerbsteuer zu verzichten, wie Bundesfinanzminister Lindner an die Länder appelliert, würde einen erheblichen Beitrag zum Wohnungsbau leisten. Denn die Steuersätze sind eine der größten Hürden bei der Eigentumsbildung. Es muss darüber nachgedacht werden, die Steuer zumindest temporär aufzuheben. Wenn sich die Länder dazu durchrängen, würden es Ihnen viele Bauwillige danken.“

 

Zentralverband Deutsches Baugewerbe

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