Bauüberhang von Wohnungen war in NRW Ende 2022 um 128,7 Prozent höher als 2008

Veröffentlicht am 22.06.2023 09:29 von NH-Nachrichten

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138 298 Wohnungen waren Ende 2022 zwar von den Bauämtern genehmigt, aber von den Bauherren im Land noch nicht fertiggestellt worden.

Düsseldorf (IT.NRW). In NRW waren Ende letzten Jahres 138 298 Wohnungen zwar von den Bauämtern genehmigt, aber von den Bauherren bis dahin noch nicht fertiggestellt worden. Die Zahl der Wohnungen im sog. Bauüberhang ist damit zum achten Mal in Folge angestiegen und ist seit 2008 um 128,7 Prozent gestiegen. Dies teilt Information und Technik Nordrhein-Westfalen als aktuelles Ergebnis der Statistik des Bauüberhangs mit. In dieser Erhebung wird immer zum Jahresende der Bauzustand aller genehmigten aber noch nicht fertiggestellten Bauprojekte vom Statistischen Landesamt bei den zuständigen Bauämtern erfragt.

Von den derzeit 138 298 Wohnungen, die sich Ende 2022 im Bauüberhang befanden, sollen 19 515 Wohnungen (14,1 Prozent) durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden entstehen. 2 770 Wohnungen (2,0 Prozent) in Nichtwohngebäuden warten noch auf ihre Fertigstellung. Außerdem sind 116 013 Wohnungen (83,9 Prozent) in Wohnneubauten noch nicht fertiggestellt – dabei handelt es sich überwiegend um Wohngebäude mit drei und mehr Wohnungen (83 509 Wohnungen; 60,4 Prozent aller Wohnungen im Bauüberhang).

Im Vergleich zu Ende 2021 ist der Bauüberhang von Wohnungen in Wohnneubauten um 5,4 Prozent (+5 926 Wohnungen) gestiegen – auch hier entfällt ein hoher Anteil auf Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (+8,0 Prozent; +6 187 Wohnungen).

Diese seit längerem zu beobachtende Entwicklung ist auch darauf zurückzuführen, dass die Zahl der genehmigten Wohnungen in den vergangenen Jahren stets höher war als die der fertiggestellten Wohnungen – dementsprechend steigt auch die Zahl der Wohnungen im Bauüberhang. Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2022 das Ziel von 51 200 fertiggestellten neuen Wohnungen pro Jahr bis 2025 erneut verfehlt – so hoch wäre der jährliche Bedarf, den das Wohnraumgutachten des Landes von 2020 ermittelt hatte.

Die Auswertung der Bautätigkeitsstatistiken mit Fokus auf Wohnungen in Wohnneubauten der Jahre von 2017 bis 2022 zeigt, dass die stets geringere Zahl der fertiggestellten als die der genehmigten Wohnungen zum Jahresende 2022 zu einem Anstieg um 36,0 Prozent (+30 704 auf 116 013 Wohnungen) im Bauüberhang geführt hat.

 

Bei der Betrachtung der Wohnungen in Wohnneubauten nach Gebäudeart werden signifikante Unterschiede sichtbar. Der Anstieg der Zahl nicht fertiggestellter Wohnungen ist hier auf die stetig wachsende Zahl von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern im Bauüberhang zurückzuführen: 90,0 Prozent des Anstiegs entfällt auf diese Gebäudekategorie (+27 641 Wohnungen seit 2017) – bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist der Zuwachs geringer (+3 063 Wohnungen). Knapp 70 Prozent der Wohnungen in Wohnneubauten, die auf ihre Vollendung warten, wurden innerhalb der letzten beiden Jahre (2021 oder 2022) genehmigt – bei 14 Prozent liegt der Zeitpunkt der Baugenehmigung jedoch schon mehr als drei Jahre zurück.

 

IT.NRW als Statistisches Landesamt erhebt und veröffentlicht zuverlässige und objektive Daten für das Bundesland Nordrhein-Westfalen für mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage. Dies ist dank der zuverlässigen Meldungen der Befragten möglich, die damit einen wichtigen Beitrag für eine informierte demokratische Gesellschaft leisten. Nur auf Basis aussagekräftiger statistischer Daten können Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft getroffen werden. (IT.NRW)

 

(200 / 23) Düsseldorf, den 22. Juni 2023

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