Ruhr-IHKn: Fachkräftemangel und sinkende Nachfrage bestimmen den Ruhrlagebericht

Veröffentlicht am 21.10.2023 10:18 von NH-Nachrichten

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Bochum/Metropole Ruhr (idr). Fachkräftemangel, sinkende Nachfrage, hohe Energiekosten – das sind die Probleme, die die Unternehmen in der Metropole umtreiben. Das zeigt der 111. Ruhrlagebericht der fünf Industrie- und Handelskammern in der Metropole Ruhr, der heute (20. Oktober) in Bochum vorgestellt wurde. Die Konjunkturumfrage stützt sich auf Antworten von 737 Unternehmen mit fast 110.000 Beschäftigten. Sie zeigt: Die Wirtschaftsakteurinnen und -akteure blicken wieder pessimistischer in die Zukunft. Der Umfrage zufolge ist der IHK-Konjunkturklimaindex, der Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung, um sechs auf insgesamt 95 Punkte gefallen.

Die Unternehmen im Ruhrgebiet sehen den Fachkräftemangel als größtes Risiko: 62 Prozent der Unternehmen sehen sich hier herausgefordert. 49 Prozent können derzeit offene Stellen längerfristig nicht besetzen. Insbesondere werden Arbeitskräfte mit abgeschlossener dualer Ausbildung gesucht. 66 Prozent der Unternehmen erwarten, diesen Mangel in Zukunft nur durch Mehrbelastung ihrer jetzigen Belegschaft ausgleichen zu können. Folgerichtig erwarten deshalb 65 Prozent auch steigende Arbeitskosten.

Sie leiden darüber hinaus unter einer nur langsam abflachenden Inflation, einer sinkenden Nachfrage im In- und Ausland und beklagen die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Zugleich schätzen die Unternehmen das Risiko steigender Rohstoff- und Energiepreise deutlich geringer ein als noch zu Jahresbeginn.

Deutschland drohe den Anschluss bei der wirtschaftlichen Entwicklung im europäischen Vergleich zu verlieren, so die IHK Mittleres Ruhrgebiet. Hier sei die Politik gefordert. Um zum Beispiel den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen, müsse in Deutschland mehr für die Willkommenskultur getan werden und Hürden abgebaut werden. Nur so könnten Unternehmen ausländische Fach- und Arbeitskräfte leichter anwerben und zum Bleiben überreden sowie Geflüchtete schneller in den Betrieben integrieren. Hinzu komme gerade im Ruhrgebiet die Gefahr weiter steigender kommunaler Steuern und Abgaben wegen klammer städtischer Kassen.

Mehr zum Ruhrlagebericht steht unter https://www.ihk.de/bochum/neuer-inhalt111-ruhrlagebericht-5952260

Pressekontakt: IHK Mittleres Ruhrgebiet, Sven Frohwein, Telefon: 0234/9113-120, E-Mail: frohwein@bochum.ihk.de

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