Ein Festessen vom Löffel

Veröffentlicht am 15.12.2023 10:00 von NH-Nachrichten

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Betroffene Dortmunderin Anke Sonnemann organisiert 6-Gang-Menü für Menschen mit Schluckstörungen (Dysphagie) nach Schweizer Vorbild / Mehrgängige „Kulinarische Weltreise“ wird in der Eventlocation „TYDE Studios“ in unterschiedlichen Kostformen angeboten

Anke Sonnemann (l.) und Christian Gutbier (r.) lassen die außergewöhnliche Idee eines Festessens für Menschen mit Dysphagie Wirklichkeit werden. Foto: Stefan Müller

Wer liebt es nicht, das üppige Weihnachtsessen oder die Silvesterfeier im Kreis der Familie? Ob Braten, Gans oder Raclette – das Essen ist ein Fest für alle Sinne. Menschen mit einer Dysphagie können von solchen Genüssen oft nur träumen. Denn die Schluckstörung, die vor allem nach neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose auftritt, macht eine normale Ernährung unmöglich. Die Konsistenz der Nahrung muss angepasst werden und kann häufig nur in pürierter, passierter oder flüssiger Form aufgenommen werden. So erging es auch der Dortmunder Unternehmerin Anke Sonnemann, die sich nach einer Hirnblutung, die sie Weihnachten 2021 erlitt, zwei Jahre lang mühsam ins Leben zurückkämpfte. „Ich hatte Lähmungen, konnte kaum noch sprechen und keine feste Nahrung mehr zu mir nehmen. In der Reha wurden die Mahlzeiten bereits püriert und bis heute fällt mir das Essen schwer“, erzählt die 52-Jährige.

Kulinarische Weltreise für Betroffene organisiert

Im Sommer 2023 erfuhr Anke Sonnemann dann von einer Schweizer Initiative, die eine so genannte „Soirée Purée” möglich machte, ein gemeinsames Abendessen Betroffener mit Begleitung, die ein mehrgängiges Menü in den drei Kostformen normal, weich und püriert anbot. Die Idee begeisterte sie und so machte sie sich auf die Suche nach einem Restaurant in Dortmund, mit dem sie diese Idee auch an ihrem Heimatort umsetzen konnte. Mit der Eventlocation „TYDE Studios” am Dortmunder Hafen in direkter Nachbarschaft des alten Hafenamtes fand sie schließlich einen idealen Partner. Christian Gutbier, Inhaber der „TYDE Studios“, war von der Idee begeistert. „Wir haben zusammen mit unserem Koch und Caterer überlegt, welches Essen wir anbieten können“, berichtet er. „Und schließlich entstand die Idee einer kulinarischen Weltreise.“ „Wir wollten einfach den Betroffenen wieder einmal den Genuss eines tollen Menüs außer Haus ermöglichen und haben der Phantasie freien Lauf gelassen“, ergänzt Anke Sonnemann. Auf der Abendkarte steht jetzt für den 29. Februar 2024 ein 6-Gang-Menü unter anderem mit einer nordischen Fischfarce, südafrikanischer Erdnusssuppe und der argentinischen Süßspeise Flan.

Foto Adobe, Montage Regine Teschendorf

Maximal 30 Anmeldungen möglich

Ob die Idee tatsächlich gut ankommt, ist für Anke Sonnemann und Christian Gutbier ein Risiko, das sie aber gern eingehen. Über die Logopäden der Region informieren sie derzeit Betroffene und deren Angehörige über das Angebot. Die Mindestteilnehmerzahl für das Festessen am 29. Februar um 18.30 Uhr liegt bei 15 Personen. Maximal können wegen des hohen Organisationsaufwands 30 Gäste bewirtet werden. Das Essen kann passiert oder püriert serviert werden und auch vegetarische und allergie-gerechte Speisen sind möglich, ebenso wie angedickte Getränke. Insgesamt liegen die Kosten bei 99 Euro pro Person plus Getränke. Ein Anmeldeformular für das außergewöhnliche Menü gibt es direkt bei Anke Sonnemann unter der E-Mail info@qudamed.de.

 

 

Kontakt und Nachfragen

Anke Sonnemann

Fax: 0231/9786953

E-Mail: info@qudamed.de

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