Keine wirtschaftliche Erholung in Sicht: Das melden die Unternehmen im Mittleren Ruhrgebiet und in Westfalen mit Blick auf 2026. Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage, bei der die 420 Mitgliedsunternehmen der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen unter anderem nach Geschäfts-, Umsatz- und Auftragserwartungen befragt werden, zeigt ganz deutlich: Die Wirtschaft leidet weiter unter einer strukturellen Krise. In nahezu allen abgefragten Bereichen überwiegen pessimistische Einschätzungen deutlich.
So rechnen rund 69 % der Unternehmen mit einer gleichbleibend schlechten oder schlechteren Geschäftsentwicklung. Nur 31 % erwarten stabile oder bessere Geschäfte. Auch bei den Inlandsaufträgen überwiegt die Skepsis: über 72 % der Betriebe gehen von stagnierenden oder rückläufigen Auftragseingängen aus. Das Auslandsgeschäft wird etwas weniger negativ eingeschätzt, bleibt jedoch ebenfalls belastet. Knapp 65 % der Unternehmen erwarten keine Verbesserung oder sogar eine Verschlechterung der Auslandsaufträge. Positive Erwartungen äußert gut ein Drittel der Befragten.
Bei den Umsätzen rechnen 67 % der Unternehmen mit einer gleichbleibend schlechten oder sinkenden Entwicklung. Ähnlich kritisch fallen die Ertragserwartungen aus: 69 % erwarten keine Verbesserung der Ertragslage, was auf anhaltenden Kosten- und Margendruck hindeutet. Schwach fallen auch die Beschäftigungserwartungen aus: Zwar planen 52 % der Unternehmen keine Veränderung beim Personalbestand, jedoch rechnen 40 % mit einem Stellenabbau.
„Die regionale Wirtschaft ächzt weiterhin unter den strukturellen Gegebenheiten bei uns. Mir fällt nicht mehr viel anderes ein als immer wieder an die Politik zu appellieren, die Standortprobleme endlich anzugehen und Lösungen zu entwickeln. Dazu zählen hohe Steuern und Abgaben, zu viel Bürokratie, zu lange Genehmigungsverfahren und vieles mehr. Wenn wir nicht schnell eine Trendwende einläuten, wird sich die regionale Wirtschaft immer schneller verändern – und das nicht zum Guten“, sagt Lars Bergmann, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, mit Blick auf die Ergebnisse.
Quelle:
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