Eine ZVEH-Auswertung zeigt: Der unklare Energiewende-Kurs der Regierung zeigt Auswirkungen und beschädigt wichtige Marktfelder der Zukunft.
Im früheren Wachstumsfeld „Photovoltaik“ (PV) wie auch bei den Speichern sind die Installationszahlen 2025 rückläufig. E-handwerkliche Betriebe schultern jedoch weiterhin den mit Abstand größten Anteil der PV-Anlagen auf Gebäuden: 2025 waren sie an 72 Prozent der installierten PV-Dachanlagen beteiligt. Das zeigt eine Auswertung des ZVEH im Rahmen der halbjährlichen Frühjahrskonjunkturumfrage 2026*. Die Ergebnisse beweisen auch: Durch die aktuelle Energiewendepolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche werden Marktfelder der Zukunft beschädigt! Positiv haben sich hingegen die Umsätze bei den Wärmepumpen entwickelt. Auch hier ist jedoch zu befürchten, dass sich der kürzliche Politikwechsel negativ auswirken wird.
Frankfurt am Main, 19.03.2026: Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) hat sich in den vergangenen Monaten wiederholt zum Energiewende-Kurs der schwarz-roten Bundesregierung geäußert, Maßnahmen kritisiert und in einem „Offenen Brief“ gewarnt, dass ein Nachlassen in den Energiewende-Bemühungen Lasten in die Zukunft verschiebt und dass fehlende Investitionen in die Zukunft Deutschland wichtige Standortvorteile kosten werden.
Dass die e-handwerkliche Organisation mit ihren Warnungen Recht hat, zeigt nun die Auswertung der Ergebnisse aus der Zusatzfrage im Rahmen der ZVEH-Frühjahrkonjunkturumfrage*. „Wir erleben seit 2023, dass die Zahlen im Photovoltaik-Bereich zurückgehen, weil die Investitionsanreize abnehmen und die Unsicherheit am Markt zunimmt“, so ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser.
Schon Anfang 2026 hatten ZVEH und BSW-Solar drauf hingewiesen, dass das Ausbautempo 2025 deutlich nachgelassen hat und der jährliche PV-Zubau von rund 20 Gigawatt, der notwendig ist, um das für das Jahr 2030 gesetzlich verankerte PV-Ausbauziel zu erreichen, 2024 und 2025 unterschritten wurde. Neuhäuser: „Das sollte uns zu denken geben, denn die Energiewende hat – das zeigen die e-handwerklichen Installationszahlen für 2025 nun Schwarz auf Weiß – dramatisch an Tempo verloren.“ Verantwortlich dafür ist nach Ansicht des Verbandes der Zick-Zack-Kurs der Bundesregierung in Sachen „Energiewende“. Der von Bundeswirtschaftsministerin Reiche angedachte Stopp der Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen trägt weiter dazu bei, dass der PV-Ausbau an Fahrt verliert, weil Eigenheimbesitzer verunsichert sind.
Rückgänge bei Photovoltaik und Speichern
Konkret sank die Zahl der im Jahr 2025 durch e-handwerkliche Betriebe installierten PV-Anlagen auf 355.000. 2024 hatten diese noch 395.000 Solaranlagen installiert. Im Vordergrund stand dabei wie in den Vorjahren die Gebäude-PV, also Anlagen, die auf Dächern oder Fassaden von Immobilien errichtet werden. Hier sank die Zahl um circa zehn Prozent – von 360.000 auf 325.000 Einheiten. Insgesamt waren e-handwerkliche Betriebe an rund 72 Prozent der 450.000 in 2025 installierten Dachanlagen beteiligt. Dies zeigt, wie wichtig der Beitrag der E-Handwerke in diesem Erneuerbare-Energien-Bereich weiterhin ist.
Bei den Batteriespeichern, die in der Regel in Kombination mit PV-Anlagen betrieben werden, zeigt sich ebenfalls ein etwa zehnprozentiger Rückgang bei den Installationszahlen. Diese gingen von 260.000 in 2024 auf 235.000 im Jahr 2025 zurück.
Die Umsatzentwicklung spiegelt den Rückgang in beiden Bereichen wider. Auch sank der Anteil der Betriebe, die in den jeweiligen Bereichen Leistungen erbracht haben. So installierten im vergangenen Jahr nur noch 52,1 Prozent der Betriebe PV-Anlagen. 2024 waren es noch 57,1 Prozent. „Das zeigt ganz klar: Betriebe ziehen sich aus diesen Zukunftsbereichen zurück“, warnt Alexander Neuhäuser: „Das ist insofern problematisch, als es dann bei einem erneuten Hochlauf an Kompetenz und Manpower fehlen wird, so dass wir entscheidende Zeit verlieren, die dem Klimaschutz zugutekäme.“
Positive Entwicklungen bei den Wärmepumpen
Im Bereich der Wärmepumpen zeigt sich eine deutlich positivere Entwicklung. So wachsen nicht nur die Installationszahlen insgesamt. Auch die Zahl der Geräte, an deren Installation e-handwerkliche Betriebe beteiligt waren, erhöhte sich deutlich – von 160.000 im Jahr 2024 auf 205.000 in 2025. „Das zeigt: Die Akzeptanz für diese klimaneutrale Wärmetechnologie in der Bevölkerung ist weiter gewachsen – trotz der unglücklichen Kommunikation rund um das ,Heizungsgesetz‘“, so der ZVEH-Hauptgeschäftsführer.
Dass auch immer mehr E-Betriebe die Installation von Wärmepumpen als attraktives Geschäftsfeld betrachten, zeigt sich daran, dass der Anteil der Betriebe, die Installationsleistungen in diesem Bereich erbrachten, von 44,4 Prozent in 2024 auf jetzt 48,0 Prozent anstieg. Die leicht positive Entwicklung lässt sich auch daran ablesen, dass die Installation von Wärmepumpen und Lüftungsanlagen mittlerweile einen Anteil von 3,8 Prozent am Gesamtumsatz in den E-Handwerken hat (2024: 3,1 %).
Stagnation im Bereich „E-Mobilität“
Obwohl sich die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen etwas erholt hat, ging die Zahl der installierten Ladepunkte in 2025 leicht zurück: von 377.000 im Jahr 2024 auf 360.000 in 2025. Ein Zuwachs war lediglich bei den Ultra-Schnellladestationen zu verzeichnen. Ein Grund für die Stagnation könnte die Diskussion um den Rückzug vom Verbrenner-Aus sein. Auch die Erwartung in der Bevölkerung, dass die Anschaffung von E-Fahrzeugen ab 2026 wieder staatlich gefördert werden könnte, führte 2025 zu einer Investitionszurückhaltung.
Während der Umsatzanteil in den letzten Jahren recht konstant blieb – er lag bei 3,8 Prozent – sank der Anteil der Betriebe, die Installationsleistungen im Bereich der Elektroladeinfrastruktur erbracht haben, leicht – von 68,4 Prozent in 2024 auf nun 67,4 Prozent.
* An der vom 10. bis 19.02.2026 durchgeführten Umfrage nahmen 1.641 Betriebe teil.
Der ZVEH: Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) vertritt die Interessen von 48.178 Unternehmen aus den drei Handwerken Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromaschinenbau. Mit 516.709 Beschäftigten, davon 46.481 Auszubildende, erwirtschaften die Unternehmen einen Jahresumsatz von 84,3 Milliarden Euro. Dem ZVEH als Bundesinnungsverband gehören zwölf Landesverbände mit 313 Innungen an.
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