Handwerk begrüßt Dieselkompromiss in Dortmund

Veröffentlicht am 24.01.2020 15:00 von Redaktion

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Gutes Verhandlungsergebnis der Schlichtung gewährleistet Betrieben Arbeitsfähigkeit und sichert Versorgung der Kunden / Kfz-Branche hofft auf verstärkten Absatz sauberer Diesel / Nachrüstung bleibt weiterhin wichtige Option

Christoph Haumann, Stadthandwerksmeister von Lünen

Das Dortmunder und Lüner Handwerk begrüßt den jetzt gefundenen Dieselkompromiss für die Stadt. „Wir sind froh, dass die Fahrverbote erst einmal vom Tisch sind“, erklärt dazu Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger. „Das bringt Sicherheit für unsere Betriebe und unsere Kunden. Der Handwerksmeister von nebenan kann sich jetzt sicher sein, dass die Arbeitsfähigkeit seines Betriebes nicht eingeschränkt wird und dass er mit Nutzfahrzeugen und Transportern seine Kunden insbesondere in der Innenstadt weiter sicher beliefern und versorgen kann.“ Mit den jetzt vereinbarten Tempolimits könnte das Handwerk ebenso leben wie mit dem Durchfahrverbot für Lkw auf der B1. „Das Handwerk ist für eine Senkung der Umweltbelastung und steht mit seinen Leistungen und technischen Möglichkeiten an der Seite des Umweltschutzes“, so der Kreishandwerksmeister weiter. „Gleichzeitig müssen wir aber auch an die wirtschaftliche Sicherung unserer Betriebe denken, die ein wichtiger Arbeitgeber und Motor der Konjunktur in Dortmund und Lünen sind.“ Der Plan, möglichst viele Unternehmen dazu zu bewegen, neue Nutzfahrzeuge mit der Euro 6 Norm anzuschaffen, sei an die Grenzen der ökonomischen Leistungsfähigkeit vieler Betriebe gestoßen. „Ein großer Teil der Unternehmen hat erst vor wenigen Jahren junge Euro-5-Diesel angeschafft und damit Investitionen getätigt, die auch mit einer entsprechend langen Nutzungsdauer verbunden sind”, so Sprenger. „Diese Fahrzeuge hätten bei Fahrverboten nur mit hohen Verlusten gegen noch sauberere Fahrzeuge getauscht werden können und die Unternehmen überdurchschnittlich belastet. Wir halten die jetzt gefundene Lösung für interessensgerecht.“ Im Sinne der Handwerkskunden sei die Stadt Dortmund aber nach wie vor aufgefordert, die Verkehrsinfrastruktur zur Vermeidung von Stau- und Wartezeiten für Monteurfahrzeuge mit aller Kraft zu verbessern. „Insofern muss abgewartet werden, wie sich die jetzt beschlossenen Maßnahmen auf das Alltagsgeschäft auswirken“, so der Kreishandwerksmeister.

 

Dipl.-Ing. Christian Sprenger, Kreishandwerksmeister

Auch Kfz-Handwerk ist zufrieden

Auch das Kraftfahrzeughandwerk ist mit dem jetzt ausgehandelten Vergleich zufrieden. „Wir haben von Anfang an darauf gesetzt, dass die technisch mögliche Nachrüstung von EURO-5-Dieseln die beste Option ist“, nimmt Christoph Haumann, Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung Dortmund und Lünen, Stellung. „Davon sind wir auch weiterhin überzeugt. Jetzt ist es allerdings erst einmal wichtig, dass die Einigung auf die beschlossenen Maßnahmen Klarheit für die betroffenen Automobilbesitzer schafft.“ Die Nachrüstung bei Euro-5-Pkw ist gerade erst angelaufen und mit dem Vergleich sei vor allem Zeit gewonnen, die Umweltbelastung mit den richtigen Maßnahmen für alle bezahlbar weiter verringern zu können. „Unsere Hoffnung ist es jetzt, dass die technisch weit entwickelten Euro-5-Diesel, die auf den Höfen der Autohäuser stehen, zunächst einmal wieder verkauft und weitergenutzt werden können.“ Es handele sich hier um einwandfreie junge Fahrzeuge, deren sonst drohende Verschrottung sicherlich nicht umweltfreundlich sei, so Haumann, der auch Stadthandwerksmeister von Lünen ist. „Das ist aus ökologischer Sicht deutlich besser als Neuwagen zu produzieren. Und die Nachrüstung der Diesel bleibt auf lange Sicht dann immer noch die beste Option.“

 

Fotos: Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen

 

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